Es ist schon fast ironisch, dass ich damals den Buchtitel von Dirk van Laak als passend für mein Unterfangen fand. MS Access wurde ein Großprojekt und um schon der Relexion vorauszugreifen, es wurde auch eine Investitionsruine ganz im Sinne der weißen Elefanten.
Vielleicht war das Projekt zu ehrgeizig, realistischer jedoch ist, dass wie häufig bei lang angelegten Projekten die Wichtigkeit dramatisch verschiebt.
Bevor ich zu weit abschweife, richte ich mich erstmal nach den Fragestellungen des Arbeitsmaterials bevor ich mit einem persönlichen Teil schließe:
• Habe ich alle meine Lernziele erreicht? (Wie viele Lernziele habe ich erreicht?)
Alle bis auf das letzte, wenn auch entscheidende Lernziel wurden erreicht. Obwohl sich gerade dieses Eingeständnis als Ausdruck des Scheiterns verstehen lassen könnte.
• Wie fühle ich mich jetzt nach der sehr oder weniger erfolgreichen Selbstlernphase?
Insgesamt bewerte ich diese Selbstlernphase, trotz der aufgetretenen Probleme und des Fehlens der finalen Genugtuung als sehr gut.
• Bin ich froh, dass es vorbei ist oder mache ich für mich selber einfach weiter?
Wenn ich die Zeit finde werde ich definitiv daran weiterarbeiten, es hat sich als ein spannendes Thema herausgestellt und wäre sicher nützlich zu vertiefen.
• Wo lagen meine Probleme (mangelnde Motivation, fehlende Unterstützung etc.)?
Das Problem lässt sich grundsätzlich einfach an der Zeit festmachen. Andere Projekte haben arbeitsbedingt die Priorität erhalten und die Access-Datenbank soll/wird outgesourced um interne Kapazitäten für wichtigere Projekte freizustellen. Damit wurde vor ca. 2 Wochen dem Projekt jegliche Erfolgsaussicht genommen.
• Was habe ich gegen diese Probleme unternommen?
Kurz zusammengefasst: Nichts. Prioritäten verschieben sich und mit dem Entschluss die Datenbank langfristig extern betreuen zu lassen wurden jegliche Einwände meinerseits ausgehebelt.
• Für die Zukunft nehme ich mir vor... Als nächstes werde ich ...
Wie es so schön heißt: A new dawn is a new day. Die jetzigen Projekte, wenn auch nicht so techniklastig, konsumieren schon genug Zeit und werden somit auch genug eigenen Sprengstoff bieten um mich über das Scheitern zu vertrösten.
• Hätte ich die Wahl, würde ich diese Ziele wieder wählen? Wenn nicht, welche dann?
Was war falsch an meiner Wahl?
Insgesamt war ich mit der Wahl meiner Ziele sehr zufrieden. Obwohl der letzte Schritt vielleicht etwas zu ehrgeizig war und etwas mehr Zeit erfordert hätte. Daher würde ich sagen, mit einer anderen Zeitstruktur vermulich wieder....
• Bin ich überhaupt der Typ für selbst gesteuertes Lernen?
Hier durchaus ein klares JA.
• Hat mein Umfeld mich ausreichend unterstützt? Was hatte ich erwartet? Wurden
meine Erwartungen erfüllt? Was hätte anders laufen müssen?
Bis zum Punkt an dem die Entscheidung gegen das Projekt gefallen ist wurde ich sehr gut unterstützt.
• Hat die geplante Lernzeit ausgereicht? Habe ich sie überhaupt genutzt?
Die Lernzeit hat eigentlich ausgereicht, jedoch war am Ende schlichtweg keine Zeit mehr vorhanden.
• Habe ich mich an den Arbeitsplan gehalten? Habe ich mich selber belohnt, wenn ich
ein Teilziel erreicht habe?
Ja und Ja :)
• Wie kann ich meinen Blog zukünftig weiter nutzen? Möchte ich das überhaupt?
Welche Vor- und Nachteile sehe ich?
Das arbeiten am Blog war ein guter Zwang um die Deadline zu unterstreichen. Auch wenn ich ein paar Mal haarscharf an ihr gekratzt habe, bin ich doch damit zufrieden und habe für mich einen Nutzen aus der Reflexion gezogen.
• Wie habe ich die (Teil-)Veröffentlichung meines Wissens und meiner Gedanken
empfunden?
Die umfasst den angesprochenen Nutzen für mich. Die Möglichkeit ausführlich in schriftlicher Form nachzudenken haben zu einer teilweisen Neubewertung der gemachten Erfahrungen geführt. Anders hätte ich mich mit diesen Erfahrungen vielleicht nur oberflächlich auseinandergesetzt und wäre (da es ja meist nur im Kopf statt findet) schnell zu anderen Themen gelangt.
• Wie beurteile ich abschließend die Möglichkeiten eines Weblogs zum
Wissensaustausch und zur Wissensvernetzung?
Grundsätzlich positiv.
• Am meisten hat mir gefallen ...
Die Erfahrung des selbstorganisierten Lernens und der methodisch/theoretische Hintergrund dazu. Oftmals arbeitet man sich in neue Programme/Technik/Umstände ein, ohne das man wirklich nach einem Plan oder Zeitplan vorgeht. Dies hat mir hierbei sehr gut gefallen.
• Was hat mir das gebracht? War das alles überhaupt sinnvoll?
Bei dieser Frage bin ich dann auch schon bei meiner persönlichen Reflexion angelang. Mir hat SOL sehr viel gebracht. Im Positiven habe ich gelernt mich selber zu organisieren und strukturiert in Neues einzuarbeiten. Im Negativen habe ich aber auch gelernt, dass Projekte "für die Arbeit" "während der Arbeitszeit" sich kaum realisieren lassen und man dann doch sehr von den Entscheidungen und Prioritäten des Arbeitgebers abhängig ist. Verliert das Projekt das übergeordnete Interesse (ein Zustand der durchaus häufig vorkommt) so werden die Ressourcen und Arbeitskräfte neu verteilt und die bisher erbrachten Leistungen sind im eigentlichen Sinne zweckfrei.
Dennoch schließe ich positiv, da mir das Arbeiten am Projekt Spass gemacht hat und ich so persönliches "Neuland" betreten konnte. In diesem Sinne: Heute bist du mir entkommen weißer Elefant, aber Morgen gehe ich wieder auf die Jagd nach dir!!
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