Die Fragestellung
| Was macht aus Ihrer Sicht eine 'perfekte' Lehrperson aus? |
ist eine recht schwierige. suggeriert sie doch den Eindruck eine situationsungebundenes Maximum wäre zu erreichen. Vielmehr stellt sich für mich die "perfekte" Lehrperson als äußerst flexibele und anpassungsfähige Person dar, welche sich nach Nöglichkeit allen Bedürfnissen, sowohl denen der Stoffvermittlung, als auch denen der Teilnehmerinteressen unterordnet und versucht einen gesunden Mittelweg zu finden.
Eben diesen Mittelweg immer wieder neu zu (er)finden und zu kreieren ist dabei die Herausforderung für die perfekte Lehrperson. Eben diese unendliche Reise stellt dabei den Hauptaspekt des perfekten Lehrers heraus. Täglich innovativ sein und nicht bloß "ausheften" und Unterricht nach "Methode A". Diese Kreativität schätze ich als stärkstes Kriterium für eine gute Lehrperson ein.
Besonders in den pädagogoischen Seminaren und der Fachliteratur wird oft von "perfekten" Szenarien gesprochen und dem "besten" Unterricht. Oft lässt sich dies aber individuell an der jeweiligen Schule, an den Klassengegebenheiten und auch an den Schülern nicht so einfach realisieren. Hier liegt die Last und auch die schöne Aufgabe bei der Lehrperson, das gelernte Wissen und die erlesenen und geprobten Methoden an die eigene Situation anzupassen und zum Lernerfolg für die Gruppe zu führen. Also den Weg für die gemeinsame Reise zu ebnen.
Dennoch sind diese Faktoren nicht die einzigen Maßstäbe. Eine Lehrperson sollte niemals aufhören ein Mensch zu sein. Die Funktion darf meinem Empfinden nach nicht die Bildungsaufgabe und die Aufgaben des "Erziehens" und "Helfens" verdrängen. Lehren darf kein Selbstzweck werden oder "das was man macht um seine Brötchen zu verdienen". Gute Lehrer zeichnen sich immer durch persönliches, schülerfokussiertes Engagement aus.
Lieber Andreas,
AntwortenLöschentja, da sagst Du was. Mir war es selbst gar nicht so bewusst, aber Du hast Recht: Der Mensch zählt beim Lehren viel mehr als man denkt. Martin hatte meinen Beitrag auch entsprechend kommentiert. Das Bild des perfekten Lehrers ähnelt tatsächlich dem des perfekten Menschen. Umso klarer wird wir dabei, dass es eigentlich keine Chance auf die Existenz des perfekten Lehrers gibt...
Hallo Andi,
AntwortenLöschentreffend gesagt: Der perfekte Lehrer ist immer kreativ, immer individuell, immer authentisch. Wie Du sagst: Das ist eine Herausforderung, die manchmal eine Last und manchmal eine Lust sein kann. Spannend finde ich den Vergleich des Lernens mit einer Reise, den auch ez-sebastian zieht.
Dabei stellt sich für mich die Frage: Ist bei der koventionellen Art des Reisens/Lernens/Lehrens das Ziel das Ziel (zum Beispiel eine Klausur/ein Abschluss? Und ist bei der bildungsorientierten, konstruktivistisch geprägten Auffassung der Weg das Ziel...? :-) Den Vorhang zu... und alle Fragen offen!
Lieber Andreas,
AntwortenLöschenich gebe zu: die Frage nach der 'perfekten' Lehrperson ist etwas provokant gewesen :)- ihr habt dies auch häufig kritisch hinterfragt und herausgearbeitet, dass Lehrverhalten immer kontext - und situationsbezogen ist. Deine Forderung: Täglich innovativ zu sein, ist natürlich ein hoher Anspruch, aber ich stimme Dir zu, sie ist zum einen notwendig, um den sich verändernden Anforderungen gerecht zu werden und ich denke zudem aus Lehrersicht auch, umd die Freude am Lehren zu behalten.
Herzliche Grüße
Britta